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12.03.2016:
Gelb ist Zukunft

Das hört sich provokant an vor dem Wahlsonntag. Nach all dem Grün, Rot und Orange, was ja ehemals schwarz war, brauche ich was anderes im Kopf. Was wäre besser geeignet als die Stiefmütterchenpracht, die mein Nachbar grad in seinem Wintergarten fürs Pflanzen bereit gestellt hat. Es wird Frühling! Die Tage sind merklich länger, die Vögel konzertieren intensiver und die Sonne ist richtig wohlfühlwarm. Das lockt nach draußen, obwohl ich grade Innendienst mache. Layoutkorrektur. Das geht natürlich auch draußen. Wenn ich mir mehr Arbeit machen will. Erst ins Papier - die Sonne ist viel zu hell fürs Display, und ich will keine Sonnenstrahlen durch gelb-weiß gestreifte Markise - dann in die Datei. Draußen bleibt man nicht allein. Das schätze ich, zieht aber die Arbeit in die Länge. Doch macht es Appetit auf den Inhalt, habe ich gemerkt, und meine Zufallsbesucher gleich in eine Passage reingezogen:
"Als er die Hecktür des Lieferwagens öffnete, erfüllte ein berauschender Duft die Luft. Miro hatte für mich Hochstammrosen in Töpfen bestellt. Blutrot waren alle Blüten, aber in 32 unterschiedlichen Sorten, mit fein aufeinander abgestimmtem Duft. Die Töpfe passten haargenau auf meinen langen schmalen Balkon. Miro hatte sogar einen Plan gezeichnet für die richtige Reihenfolge und Platzierung. Ich fühlte mich wie erschlagen. Rote Rosen, blühend, duftend. Ende Februar. Wie sollte ich die vor dem Frost retten? Aber der Gärtner brachte als letztes ein faltbares Element, das haargenau in die Balkonöffnung passte. Miro hatte für mich ein Rosenzimmer geschaffen. Ich hörte den 35. Anruf ab. Das war Miro. „Herzlichen Glückwunsch. Das wird das Traumjahr deines Lebens! Die Rosen sind erst der Anfang. Sonntag bin ich bei dir.“
Mehr davon im Taschenbuch "Das Jahr deines Lebens", meinem Roman, der nach Pfingsten erscheint.
Was schreibe ich da? "Mein" Roman? Ich habe die Handlung nicht erfunden. Richtig ist: Dieser Roman wurde von mir nur getippt. Idee und Story diktierte die Heldin Inga Steenshoop, eifersüchtig bewacht, stets bereit zur Übernahme der Handlung durch Miro. Überlegen und sanft korrigiert, doch konsequent aufs Ziel ausgerichtet von Jean-Pierre Lagrande. Welch aufregende Zeit!