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30.08.2017:
Suivez la flèche et vous irez au paradis

Nun, einen Pfeil gibt es zwar nicht, aber pfeilschnell gelangen wir vom Trubel der Grossen Straße durch einen schmalen Gang, der noch zwei Brüder hat, in die Stille. Ein schwungvolles schmiedeeisernes Gartentörchen macht den Eingang ins Paradies perfekt. Weites samtgrünes Rasenrund, Bäume, Roseneibische in voller Farbenpracht und Blüte, mit gefüllten Blüten, dicht an dicht. Ein Amseljunges läuft zutraulich vor unseren Füßen her und pickt Beeren auf, die junge Katze streicht unbeeindruckt vom Vogelleckerbissen um das Haus, ein Hund stupst an meine Hand und will gestreichelt werden.
Aber das wäre doch zu süß, so wie nonstop Nougat am frühen Morgen. Kontrastreich die Musikwelt, die uns zeitweise umgibt. Arabische Sounds, zu denen die junge Syrerin im Haus nebenan den Staubsauger schwingt - häufig ohne Kopftuch und in freizügiger Bekleidung. Auf dem Sandwall - der Strandpromenade - sieht man sie nur pastellverhüllt. Das läuft rituell immer so eine Stunde lang.
Ansonsten gibt es noch andere Töne. Klappernde Störche auf dem Dach des Hauses neben uns. Das Plappern der Wildgänse auf ihrem Weg gen Süden, das Gurren der Tauben und die kreischende Schreie der vielen Möwen. Ganz still segeln dazwischen die wunderbaren Schmetterlinge Admiral, Kleiner Fuchs, Pfauenauge, Kohlweisling und Zitronenfalter.
Das tröstet über die Stakkatos des Bohrers, die Hammerschläge und das fröhliche polnische Kauderwelsch der Arbeiter im Nebenhaus, das grundsaniert wird.
Hört sich nicht paradiesisch an? Naja, ein Schreiber hat die Chance, sich das Leben schön zu schreiben ...